Pressestimmen:
- Die Premiere beim Kanonenbahnlauf (aus MARKTPLATZ
EICHSFELD)
- Kanonenbahnlauf: Schnell wachgerüttelt (TA-Mühlhausen)
Die Premiere beim Kanonenbahnlauf mit Start und Ziel in
Lengenfeld/Stein stellte an die zahlreich angereiste Läuferschar äußerste
Anforderungen. Nicht nur das sehr anspruchsvolle Streckenprofil verlangte
von den Aktiven letzte Reserven zu mobilisieren, auch die zusätzliche
Schwüle nach einem Gewitterguss lies die Schweißperlen sprießen. Der
landschaftlich reizvolle Lauf führte die Aktiven über 14,3 km von
Lengenfeld unterm Stein zum Hülfensberg, nach Geismar und zurück und war
eingebettet in das erste Kanonenbahnfest.
Der Hauptlauf war dann auch eine klare Angelegenheit vom Hundeshagener
Ralf Buckler, der mit der Konkurrenz und den äußeren Bedingungen am besten
fertig wurde. Seine Siegerzeit betrug 57:33 min., womit der Aktive des LTV
Obereichsfeld auch als einziger Läufer unter einer Stunde Laufzeit blieb.
Auf Rang fünf und sechs erreichten Dirk Zimmermann aus Wiesenfeld (AC
Apolda) sowie Heinz Schneider (LTV Obereichsfeld) das Ziel. Zimmermann
belegte in der stark besetzten AK 35 mit 1:03:21 Std. den vierten Platz,
Schneider hingegen gewann die AK 50 in 1:04:04 Std. Inge Becker vom LAC
Eichsfeld wurde bei den Frauen lediglich von der Mühlhäuserin Claudia
Bachmann bezwungen, erreichte aber in ihrer Altersklasse 40 in 1:15:35
Std. den Sieg vor Petra Arnold vom Rennsteiglaufverein in 1:21:20 Std.
Winfried Vockrodt (Helmsdorf) belegte in der AK 50 den dritten Platz in
1:21:30 Std. Die AK 70 wurde erneut dominiert von Helmut Mühlhaus (LTV
Obereichsfeld) in 1:30:15 Std., seine Vereinskameradin Barbara Schmidt war
das Maß der Dinge in der AK 50 in 1:30:31 Std. Für Dr. Gertrud Schneider
als Zweite in der AK 45 wurden 1:31:53 Std. gestoppt. Der Kallmeröder
Thomas Gleitz belegte am Ende einen dritten Rang in der AK 30 in der Zeit
von 1:31:58 Std.
Die Kurzstrecke von 5,6 Kilometer wurde vom Gernröder Helmut Weise klar
dominiert. Der Altersklassenläufer vom LAC Eichsfeld war als Gesamtsieger
in 21:56 min. beinahe eine Minute vor dem Zweitplatzierten, seinem
Vereinskollegen Andreas Schäfer, im Ziel, der in 22:38 min. die AK 35
gewann. Werner Golembewski vom LTV Obereichsfeld siegte in der AK 45 in
25:03 min.
Manuela Braun (KV Heiligenstadt) musste nur der Mühlhäuserin Katja
Dörre den Vortritt lassen, als Zweite im Gesamteinlauf gewann sie in 26:58
min. die AK 16. Weitere Altersklassenerste wurden Luisa Kunze aus
Bernerode in der AK W 11 in 30:26 min., Elisabeth Preis aus Gernrode in
der AK 20 in 33:14 min., Angelika Möller vom LTV Obereichsfeld in der AK
35 nach 34:38 min. Schnellster der AK 65 wurde Franz Otto aus Breitenholz
in 37:33 min.
SEITENANFANG
Kanonenbahnlauf: Schnell wachgerüttelt
Der Kanonenbahnlauf in Lengenfeld hat Perspektive. Denn schon zur
Premiere fand er eine Resonanz, die selbst die Vorstellungen der kühnsten
Optimisten überstieg und schon vor dem Start die ersten Herausforderungen
lieferte.
Nicht nur die spätere Frauen-Schnellste über die lange Strecke
schwitzte vor dem Start zum ersten Kanonenbahn-Lauf in Lengenfeld mächtig:
Verdammt, in welcher Ecke vom Auto sind bloß die Laufschuhe? In keiner.
Heim nach Mühlhausen und flugs wieder hinunter an die Frieda. Dort mussten
die Organisatoren den Start um eine Viertelstunde verschieben. Der Andrang
beim Nachmelden hatte alle überwältigt, derart sogar, dass die
Textilstartnummern - schöne mit Erinnerungswert, wie es sie nur Anfang der
90er Jahre gab - nicht ausreichten. 150 wurden gebraucht, knapp 110 hatte
uns Friedola gesponsert, hieß es von den Organisatoren vom
Kanonenbahnverein. Aber auch diese Klippe wurde gemeistert, so dass es
viel Lob gab von der Läuferschar.
Doch besonders die Starter des Hauptlaufes wurden auf den knapp 15
Kilometern vor einige Bewährungsproben gestellt. Diejenigen, die noch vor
dem Start versuchten, sich zu beruhigen mit manch trügerischem Satz wie
"Ach, ich kenne mich hier aus, das wird nicht so happig", wurden bald
heftig wachgerüttelt. Was es da an zwei Stellen zu erklettern und vor
allem wieder hinabzufliegen galt, das hatte Rennsteigniveau. Gut dran war,
wer wie Markus Horn aus Kammerforst das Ganze gemächlich angehen ließ und
locker ins Ziel an der ehemaligen Kanonenbahnstrecke kam.
Dass dies kein Lauf wie jeder andere war, spürte Markus Horn. Als es
über das Viadukt ging, stieß er einen kleinen Freudenschrei aus. Die Siege
im Hauptlauf über 15 Kilometer gingen nach Hundeshagen und nach
Mühlhausen. Ralf Buckler lief von Beginn an ein einsames Rennen. Hinter
ihm, lange mit Sichtkontakt, schob sich Thomas Enkardt nach knapp sechs
Kilometern auf Rang zwei; Thomas Schneller und der einheimische Holger
Barf aus Lengenfeld/Stein folgten. Bei den Frauen blieben die Ränge eins,
für Claudia Bachmann, und drei, für Sabine Zienert aus Körner, mit
Startnummer 1 ins Rennen gegangen, im Gastgeberkreis.
"Mensch, das ging ganz schön hoch und runter", sagte Katja Dörre eine
Stunde nach ihrem Zieleinlauf über 5,6 Kilometer. Vater Jochen, er hatte
gerade die 15 Kilometer bewältigt, nahm seine Jüngste in den Arm und
gratulierte der Schweitzer-Gymnasiastin, die sich in der Region zur
Seriensiegerin auf 5-Kilometer-Strecken mausert.
Dass man sich als kleiner Lauf immer etwas Besonderes einfallen lassen
muss, um attraktiv zu sein, das haben die Lengenfelder schon jetzt
begriffen: Nicht nur, indem sie den Lauf über das Viadukt führen, sondern
auch in der Gestaltung des Zieleinlaufs - es ging unter einem stilisierten
Viadukt hindurch - und ihrer Siegerpokale. Die waren zur Premiere aus
Steingut und zeigten das Eichsfelder Wahrzeichen. Von Claudia BACHMANN